Der (nicht) ganz normale Alltag

 

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Der Hausmeister

Nun gibt es bei uns nicht nur Zivis die für den Patiententransport zuständig sind wie ich. Es gibt auch einen Zivi für den Hol- und Bringedienst, einen fürs Röntgen (eben Adelberth), einen OP-Zivi und auch einen Technikzivi für Hausmeistertätigkeiten.

Eben dieser Hausmeisterzivi, ein großer, angsteinflößender Mensch, hat mit mir zusammen den Dienst begonnen. Seinen Namen weiß ich bis heute noch nicht, da er mich aber an den Hausmeister aus Scrubs erinnert heißt er bei mir immer "Der Hausmeister". 

Schon von Beginn an fing er an nur über den Zivildienst und den Staat zu schimpfen. Kein Tag vergeht an dem er sich nicht drüber aufregt, dass man hier sozusagen Zwangsarbeiten muss. 

Klar der Zivildienst ist für die Meisten nicht nicht ganz freiwillig, aber man kann auch viel lernen, und sich an Bereiche herran tasten, die man sonst nie zugesicht bekommen würde. Wann schaut man schonmal in einem Krankenhaus hinter die Kullisen? Klar gibt es Leute die gerne in die Pflege gehen aber das ist der Ausnahmefall. So werden Menschen an diesen Bereich herran geführt die sich sowas noch nie in den Sinn gerufen haben.

Manche, wie auch den Hausmeister, hat es für diese 9, nun ja 6 Monate, aus der Arbeitslosigkeit gerissen.
Man kommt mit dem Tod in Berührung, in meinem Fall sogar wortwörtlich. Rollstuhlfahrer, Behinderte und schwer Kranke, die sonst in der Öffentlichkeit kein typisches Bild sind werden zum Alltag. Man lernt diese Menschen zu schätzen und mit ihnen umzugehen, die Scheu geht verloren.

Der Hausmeister aber, versteht diese Ansichten nicht, er wollte auch nie etwas mit diesen Menschen zu tun haben. Er ist in der Technik. Punkt. Patienten sind ihm egal. Die soziale Seite seines Zivildienstes, dem Dienst für das Soziale der Gesellschaft und nicht an der Waffe, sieht er gar nicht, will er auch nicht haben. Menschen etwas gutes tun, die er nicht kennt. Kommt nicht in die Tüte.

Ich persönlich finde das immer sehr schade, dass die Gesellschaft solche Leute hervorbringt. Wir sollten denen helfen, die es Nötig haben und nicht nur den Pflegekräften überlassen. Dies soll der Zivildienst meiner bescheidenen Meinung nach vermitteln. Das können kleine Sachen sein, z.B. einfach mal einer alten Frau über die Straße begleiten. =)

5.1.11 18:47
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


countess (6.1.11 00:11)
Scheint als wären die meisten in deinem Krankenhaus dem Dienst an der Gesellschaft eher negativ zugetan. Ich frage mich dann irgendwie, warum sie dann nicht den Dienst an der Waffe vorgezogen haben?
lg

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