Der (nicht) ganz normale Alltag

 

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Länger her

Mein letzter Eintrag ist nun leider schon eine Weile her, was aber daran lag, dass ich zur Zeit kein Internet hatte.
3.3.11 19:25


Der Hausmeister

Nun gibt es bei uns nicht nur Zivis die für den Patiententransport zuständig sind wie ich. Es gibt auch einen Zivi für den Hol- und Bringedienst, einen fürs Röntgen (eben Adelberth), einen OP-Zivi und auch einen Technikzivi für Hausmeistertätigkeiten.

Eben dieser Hausmeisterzivi, ein großer, angsteinflößender Mensch, hat mit mir zusammen den Dienst begonnen. Seinen Namen weiß ich bis heute noch nicht, da er mich aber an den Hausmeister aus Scrubs erinnert heißt er bei mir immer "Der Hausmeister". 

Schon von Beginn an fing er an nur über den Zivildienst und den Staat zu schimpfen. Kein Tag vergeht an dem er sich nicht drüber aufregt, dass man hier sozusagen Zwangsarbeiten muss. 

Klar der Zivildienst ist für die Meisten nicht nicht ganz freiwillig, aber man kann auch viel lernen, und sich an Bereiche herran tasten, die man sonst nie zugesicht bekommen würde. Wann schaut man schonmal in einem Krankenhaus hinter die Kullisen? Klar gibt es Leute die gerne in die Pflege gehen aber das ist der Ausnahmefall. So werden Menschen an diesen Bereich herran geführt die sich sowas noch nie in den Sinn gerufen haben.

Manche, wie auch den Hausmeister, hat es für diese 9, nun ja 6 Monate, aus der Arbeitslosigkeit gerissen.
Man kommt mit dem Tod in Berührung, in meinem Fall sogar wortwörtlich. Rollstuhlfahrer, Behinderte und schwer Kranke, die sonst in der Öffentlichkeit kein typisches Bild sind werden zum Alltag. Man lernt diese Menschen zu schätzen und mit ihnen umzugehen, die Scheu geht verloren.

Der Hausmeister aber, versteht diese Ansichten nicht, er wollte auch nie etwas mit diesen Menschen zu tun haben. Er ist in der Technik. Punkt. Patienten sind ihm egal. Die soziale Seite seines Zivildienstes, dem Dienst für das Soziale der Gesellschaft und nicht an der Waffe, sieht er gar nicht, will er auch nicht haben. Menschen etwas gutes tun, die er nicht kennt. Kommt nicht in die Tüte.

Ich persönlich finde das immer sehr schade, dass die Gesellschaft solche Leute hervorbringt. Wir sollten denen helfen, die es Nötig haben und nicht nur den Pflegekräften überlassen. Dies soll der Zivildienst meiner bescheidenen Meinung nach vermitteln. Das können kleine Sachen sein, z.B. einfach mal einer alten Frau über die Straße begleiten. =)

5.1.11 18:47


Adelberth und Hugo

Nun ein kleiner Sprung zu aktuellen ereignissen.

Gestern war kein Tag wie jeder andere, neue Zivis sollten kommen und ich sollte jemanden in die Tätigkeiten einweisen, was ich natürlich tat. Natürlich war es für ihn genauso schwer wie für mich, nur er bekam zu viele informationen für einen Tag, die totale Verwirrung trat bei ihm ein. 

Beim Mittag dann saßen schon zwei Zivis da, nenne wir sie Adelberth und Hugo.

Sie sind nun nicht gerade meine Lieblingskollegen und ich bin auch froh, wenn ich nicht mit ihnen reden muss, kommt meistens nicht viel bei raus, aber naja es sind halt Kollegen und die sollte ja wenigstens zusammenhalten. Also gehe ich fröhlich wie ich halt so bin direkt auf sie zu, habe ein leichtes Lächeln im Gesicht, da schaut mich Adelberth nur an mit seinem Typischen dummen Gesichtsausdruck und sagt nur "Was Lachst du mich eigentlich immer so schwul an?" ich ganz verdutzt was wohl mit dem sei, ob er seine Tage hat? Ich hab ja nix gegen Homosexuelle, aber die sollten das dann schon offen zugeben und bei den beiden sieht es verdammt danach aus als ob sie beim Éssen immer ein Date haben. Nunja, Hugo schaut verträumt aus dem Fenster, scheint das ganze gar nicht mit zubekommen, ich bin ganz verwirrt, was der Adelberth da schon wieder will und setz mich an den Nachbartisch, dort frag ich ihn nur ob er irgendein Problem hat und mit seiner dämlichen Aussprache, die ich hier leider nicht nachmachen kann sagt er nur "fragt sich hier wer hier ein Problem hat" ich mach mir keine Gedanken mehr drüber und fang einfach an mit essen, Adelberth schaute Hugo nun auch wieder mit leichtem Lächeln verträumt an. Irgendwann gehen sie, ich musste mir das Lachen stark verkneifen.

Naja mal sehn was aus denen noch wird. 

 

4.1.11 20:55


Der Anfang

Zuerst muss ich mich ja nunmal vorstellen, deshalb hier eine Einleitung zu meinem Weblog.

Ich bin ein fast 20 Jahre alter Zivildienstleistender in einem Krankenhaus bei mir in Gegend. In eben diesem Krankenhaus bin ich für den Transport, bzw das Begleiten der Patienten zu ihren Untersuchungen verantwortlich, außerdem gehört der Labor weg zum täglichen Handwerk auch dazu, ob proben hin oder Ek's zurück ist dabei egal.

Nach meinen nun fast 4 Monaten Zivildienst konnt ich es nicht mehr aushalten, ich muss einfach über meine Erlebnisse an diesen doch nicht so alltäglichen Ort berichten, deshalb entschied ich mich dies in einem Blog zu tun. Natürlich werde ich hier keine Namen nennen, weshalb das Krankenhaus auch unbenannt bleibt.

Wo fängt man denn da nun an, ich dachte mich ich beginne einfach da wo's am einfachsten ist....

Am Anfang

Mein erster Tag im Krankenhaus war sehr verwirrend, alles so groß (immerhin sind es 16 Stationen, 3 OP's, ein Labor, Urologier, Radiologie, Funktionsbereich, Notaufnahme). Da muss sich erstmal zurechtgefunden werden. Mein zur einweisung zugeteilter Zivi, war nun auch nicht der Gesprächichste, so zeigte er mir nur was zu tun war und erklärte nicht viel. So wusst ich zwar schnell, wie man von unserem Zimmer in der Notaufnahme zum Röntgen kam aber die Stationen blieben mir dann doch recht fremd.                                                                                        Mein erstes Bett hab ich dann auch glatt vor den nächstbesten Tisch gefahren, naja war ja nur eine Schlaganfallpatienten, bekommt ja nix mit. Denk man, natürlich tut es einem unendlich Leid aber was soll man da machen, geschehen ist geschehen und 9 Monate muss es noch weiter gehn. 

 Am zweiten Tag liefs dann auch schon besser, manchma rummste es noch hier und da doch im großen und ganzen fuhr das Bett so wie es sollte. Der Lageplan half mir dann auch auf den Weg. Die Neurologie (NE o. Neuro) war die erste Station die ich auf anhieb fand. Lag vielleicht an den Schwestern, alle sehr freundlich im Gegensatz zu manch anderen Stationen.

 Ende der Woche, geschafft das Krankenhaus hab ich nun voll im Kopf. Kaum ein Fleck den ich nicht finden würde. Supi, jetzt muss ich nur noch mit den Gerüchen und den Unangenehmeren Patienten klar kommen.

4.1.11 20:04





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